> Tropfsteinbildung:In den Höhlen findet man mehrere Arten von Kristallisationen.
In der Höhle von Clamouse sind sie besonders zahlreich und unterschiedlich.
- die Stalaktiten und Stalagmiten wachsen senkrecht durch Ablagerungen von Kalk, der im Wasser enthalten ist:
- die Stalaktiten
(Deckenzapfen) wachsen von der Höhlendecke aus nach unten: sie werden
innen über einen schmalen Zentralkanal und oft auch von außen mit
Wasser versorgt, so dass sie in Länge und Breite gleichmäßig wachsen.
- die "Makkaroni" oder "Fisteln"
sind Stalaktiten, die nur über den zentralen Kanal versorgt werden und
somit einen gleichbleibenden Durchmesser behalten, der knapp unter
einem Millimeter beträgt
- die Säulen oder Pfeiler entstehen aus der Verbindung von Stalaktit und Stalagmit
- die Stalagmiten
(Bodenzapfen) wachsen vom Boden nach oben. Das Wasser, das von den
Stalaktiten oder von der Höhlendecke heruntertropft, landet auf den
Stalagmiten, wo es sich verteilt. Das Wachstum erfolgt vor allem an der
Spitze und ein wenig an der seitlichen Oberfläche.
- die Sintervorhänge (oder
Fahnen) entsprechen den Stalaktiten, haben aber keinen zentralen Kanal;
sie wachsen nur von außen, wobei das überschüssige Wasser auf den Boden
tropft und auf den Sinterbecken Stalagmiten entstehen lässt.
- die Kolkbecken-Tropfsteine :
in Wasserbecken (sogenannte Kolkbecken), die unter Umständen in den
Gängen existieren, können sich durch Kalkübersättigung im Wasser
Kristalle bilden, die sowohl auf dem Boden des Wasserbeckens, als auch
an seinen Rändern sowie beim Überfließen des Beckens wachsen können;
solche Kristalle kann man im ausgetrockneten Kolkbecken des weißen
Ganges in der Clamouse deutlich sehen.
- eine Tropfsteine :
wenn die Wasserversorgung zu schwach ist, tropft das Wasser nicht
herunter, sondern bleibt an seiner Basis hängen: Die Kalkablagerung
erfolgt also nur durch Verdunstung und hängt davon ab, wie das Wasser
sich vor der Verdunstung verteilt, wie sich die Kristalle bilden, wie
eventuelle Luftströmungen die Verdunstung fördern und wie der
Kapillardruck das Austreten des Wassers lenkt. All dies führt zu einer
Konkretion, dem sogenannten "Exzentrique", der überhaupt keinen
Grund hat, sich senkrecht zu entwickeln. Er wächst folglich in alle
Himmelsrichtungen. Wenn all diese Voraussetzungen zusammentreffen,
können sich große Kristallablagerungen und Exzentriques entwickeln.
-
Aus mineralogischer Sicht können die Kalkkristalle, wenn sie sich in
der Höhle ablagern, zwei völlig unterschiedliche Kristallisationsformen
annehmen: Kalzit und Aragonit. Die meisten Kristallisationen in
Tropfsteinhöhlen bestehen aus Kalzit, andere, weitaus seltenere, aus
Aragonit, wie die Kristalltuffe, die den weißen Gang der Höhle von
Clamouse verzieren.
- Der Aragonit
ist in der Clamouse-Höhle besonders stark vertreten, weil er durch das
Vorhandensein von Magnesium im dolomitischen Felsgestein der Höhle
begünstigt wurde. All diese Konkretionsformen befinden sich in der
Höhle von Clamouse.